Wie der Name es verrät, geht es in diesem Kapitel um die Zeit, die eine Aufnahme zur Belichtung braucht. Diese ist von vielen Faktoren abhängig:

– der eingestellten ISO-Zahl (mehr im Thema “ISO”)
– der Blendenöffnung
– der Helligkeit des Motivs und der Umgebung
– und natürlich der eingestellten Verschlusszeit

Belichtungsreihe

Auch hier greift die DIN-Norm. Die festgelegte Belichtungszeitreihe sieht wie folgt aus:

1 s   –   1/2 s   –   1/4 s   –   1/8 s   –   1/15 s   –   1/30 s   –   1/60 s   –   1/125 s   –   1/250 s   –   1/500 s   –   …

Im Prinzip ganz einfach, oder? Die Zeit wird immer halbiert und an manchen Stellen der Rechnung halber vereinfacht. 

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1/1000 s

Eine kurze Belichtungszeit bedeutet wenig Licht für den Sensor. Dies bietet sich bei hellen und auch schnellen Motiven an. Schnelle Motive werden durch eine sehr kurze Belichtungszeit scharf dargestellt.

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1/6 s

Eine lange Belichtungszeit bedeutet mehr Licht für den Sensor. Besonders nachts  oder bei verschwimmenden Motiven, wie Wasser, stellt eine Langzeitbelichtung eine tolle Möglichkeit dar. Aber Vorsicht: Hier droht Verwacklungsgefahr! Bei Langzeitbelichtungen sollte man immer ein Stativ dabei haben.

Prinzipiell kannst du dir das so merken: Verwacklungen kannst du bei schlechten Lichtverhältnissen durch die korrekte Belichtungszeit vermeiden, und zwar mit dem Kehrwert der Brennweite. D.h. Hast du eine Brennweite von 60 mm eingestellt, so kannst du maximal mit einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunden frei Hand arbeiten. Alles darunter wird verwackeln. Klappt dies allerdings nicht und das Bild ist noch immer zu dunkel, so benötigst du dringend ein Stativ.

Wie wird überhaupt belichtet?

Vor dem Sensor sitzt ein Schlitzverschluss, meist aus Lamellen. Er besteht aus zwei Verschlussvorhängen. Zu Beginn sind beide Vorhänge geschlossen. Beim Auslösen eines Fotos wird der erste Vorhang geöffnet, sodass der Sensor nun frei liegt. In genau dieser Zeit wird belichtet! Anschließend folgt der zweite Vorhang und der Sensor ist wieder verschlossen. Abschließend fahren beide Vorhänge zusammen wieder in die Ausgangsposition. 

Die heutige Technik erlaubt teils Belichtungszeiten von 1/8000 Sekunde. Man kann sich vorstellen, dass dies technisch gar nicht möglich ist! Daher nutzen die Kamerahersteller bei sehr geringen Belichtungszeiten einen Trick. Der Vorgang ist der gleiche, wie im obigen Bild gezeigt, jedoch folgt der zweite Vorhang dem ersten unmittelbar nachdem dieser sich öffnet. Somit liegt immer nur ein kleiner Schlitz des Sensors frei und kann belichtet werden. Die effektive Belichtungszeit des jeweiligen freiliegenden Schlitzes entspricht am Ende dann 1/8000 Sekunde.

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