Funktionsweise

Die Blende ist eine Vorrichtung im Objektiv, die regelt, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Über Lamellen lässt sie sich öffnen bzw. schließen. Diese Lamellen sind in der nebenstehenden Abbildung während einer Auslösung gut zu erkennen.

Man benötigt die Blende also, um eine korrekte Belichtung zu erzeugen. Ist das Bild zu dunkel geworden, war die Blende nicht offen genug, ist das Bild zu hell, war die Blende zu weit geöffnet.

Blende

Zusammenspiel mit anderen Einstellungen

Man könnte sich nun fragen, wieso dann nicht immer mit einer durchschnittlichen, mittleren Blende fotografieren? Ganz einfach: Die Blende ist nicht allein für die Belichtung zuständig und je nach Einstellung zwei weiterer wichtiger Faktoren, der Belichtungszeit und der ISO-Zahl, sieht das Ergebnis ganz anders aus. Ausschlaggebend ist hier nämlich die Schärfentiefe. Bei einer weit geöffneten Blende und der dementsprechend passenden Belichtungszeit (dazu mehr im Kapitel „Belichtungszeit“), ist die Schärfentiefe sehr gering. Ist die Blende geschlossen, muss länger belichtet werden, um viel Licht auf den Sensor fallen zu lassen und die Schärfentiefe ist sehr hoch. Diese verschiedenen Ergebnisse siehst du in den unten folgenden Abbildungen.

Offenblende
geschlossene Blende

Blendenzahl

Nun kommen wir zu den Blendenzahlen. Schaue doch einmal vorne auf das Objektiv deiner Kamera. Da wirst du eine Zahl entdecken, ähnlich wie 1:1.4, richtig? Du fragst dich was dir diese Zahl sagen soll?

Öffnest du die Blende komplett, strömt nun die mit diesem Objektiv maximal mögliche Menge an Licht auf den Sensor. In den Einstellungen eurer Kamera wirst du nun entdecken, dass die Blende (in diesem Beispiel) auf f/1.4 steht. Dieser Wert auf dem Objektiv zeigt dir also die maximal mögliche Blendenöffnung an.

Nun haben wir aber natürlich auch andere Blendenwerte, wenn wir die Blende weiter schließen. Wie kommen diese Zahlen zustande?

Die Blendenzahl drückt das Verhältnis der tatsächlichen Blendenöffnung und der Brennweite aus. Nehmen wir die Blendenzahl f/2. Im Verhältnis ausgeschrieben würde dort 1:2 stehen. Dieser Wert bedeutet nun, dass der Durchmesser der geöffneten Blende zweimal in den Abstand zwischen Blende und Brennpunkt passt (mehr im Kapitel „Brennweite“). Dieser befindet sich vor deiner Kamera, zwischen Kamera und Motiv. Schließt du die Blende auf 8, behältst jedoch alle anderen Einstellungen bei, so verringert sich logischerweise der Durchmesser der Blendenöffnung. Der Durchmesser passt nun 8 Mal in die eingestellte Brennweite -> f/8.

Erstmal etwas paradox, aber das muss man sich merken: Je kleiner die Blendenzahlen, desto größer die Blendenöffnung und umgekehrt.

Blendenreihe

Nach der Din-Norm gibt es eine festgelegte Blendenreihe. Der Sprung von einer Blendenstufe zur nächsten spiegelt eine Verdopplung der Blendenöffnung wider.  Die Verdopplung der Blendenöffnung bedeutet gleichzeitig eine Vervielfachung des Blendendurchmessers um √2. Daher errechnet sich die nächste Blendenstufe durch den Faktor √2. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle, um es sich einfacher zu machen: Überspringt man jede 2. Blendenstufe, kann man die Blendenzahl einfach verdoppeln 😉

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